Die Wahrheit oder eine Horrorgeschichte?

Am 23.09.2016 erhielten wir die inoffizielle Nachricht, das die Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel,  Abteilung Gewerbebehörde Bearbeiter Mag. Schennach, einen positiven Bescheid zum Abbau von  600.000m³ neu 1290.000m³  Schotter vorbereitet. Das Abbaugebiet befindet sich direkt oberhalb des Sima und Brandtnerhof Moores. (Folgen sie den Links um den Istzustand der Moore zu sehen).  Wir haben derzeit noch keine Pläne erhalten, daher zeigen die folgenden Fotos nur den von uns angenommenen Bereich.

 Foto 1

Aus meiner Sicht gibt es merere Probleme:

Die Zerstörung des Moors und die dramatisch zunehmende Hochwassergefahr und Verschmutzung der Trinkwasserquellen in Lofer und Waidring/Strub und die Geografische Lage des Abbaugebietes an der Landesgrenze.

 

Das nächste Bild zeigt den Wasser und Stein Einzugsbereich an:

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So sieht derzeit das Flußbett bei Eintritt zum Abbaugebiet aus:

Foto3

 

Schotterentnahmebereich:

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Unterlauf:

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Straßendurchführung: Derzeitige einzige Abflußmöglichkeit jede Vergrößerung würde bedeuten mehr Wasser für Lofer!

Foto6

 

Danach endet der Fluß im Nichts vor dem Feuchtgebiet. Wenn man den Flußlauf betrachtet erkennt man, daß der Zulauf groß und der Ablauf sehr klein ist. Es versickert der Großteil des Wassers in dem vom Fluß selbst geschaffenen Schotterkegel. Ein Teil des Wassers kommt im angrenzenden Niedermoor an die Oberfläche, erkennbar an Pflanzen wie zum Beispiel an dem bitteren Schaumkraut. Auch ein zeitlicher Zusammenhang mit dem Zulauf ist erkennbar.

Das Niedermoor wird mit Wasser aus dem geplanten Schotterabbaugebiet gespeißt.

Das anschließende Hochmoor wirkt als übergroßer Schwamm zwischen geplanten Abbaugebiet und den angrenzenden Haselbach.

Foto7

Die Wahrheit oder eine Horrorgeschichte? 

Durch das abtragen von 600.000m³ (neu 1290.000m³) Schotter werden die Niedermoorquellen zerstört und in der Folge auch das Moor. Durch die Staubentwicklung beim Abbau wird das Hochmoor gekalkt  und ebenfals zerstört. Der über jahrhunderte Jahre gewachsene Sickerkörper ist abgebaut und das Wasser kann ungebremst in den Haselbach fließen.  Der bereits jezt bei 30Jährigen Hochwasser überbelastete Loferbach=Haselbach wird in Zentrum Lofer bei Spitzenereignissen nicht mehr beherrschbar sein. Für viel Geld werden künstliche Retentionsbecken gebaut, warum zerstört man natürliche die gleichzeitig CO² Speicher sind?

Die derzeit geplante Ab und Zufahrt:

Foto8

 

Diese Seite richtet sich nicht prinzipiell gegen den Abbau von Schotter der sicherlich im Bezirk Kitzbühel auch benötigt wird. Vielmehr wollen wir die dadurch entstehenden negativen Belastungen auf die Natur und die Anrainer möglichst gering halten. Es sollen nicht nur einige Profitieren und andere den Schaden haben. Die neue Ab und Zufahrtsvariante geht in die richtige Richtung. Wenn man die derzeit angenommenen 600 000m³ neu 1.290.000m³ Sand wegtransportiert muss man dann auch 600 000m³ irgendwelches unbrauchbares Material wieder her transportieren? Anrainer haben Angst das dadurch das Grundwasser verschmutzt wird? Füllt man das Loch zur Hälfte mit klarem Wasser könnte man durch Wasserproben jederzeit Verunreinigungen erkennen, und die Wasserversorgung zum Niedermoor bliebe erhalten. Bei Starkregenereignissen würde die zweite Hälfte des Seevolumens als Retentionsbecken verwendet und somit die drohende Überflutung in Lofer verhindern. Für die verwendete Natur währe der Waldsee eine Bereicherung. Eine etwaige Nutzung der Flächen zum Gesteinsabbau, Zementwerk, Mülldeponie,.. wäre ausgeschlossen! Der Schotterabbau hätte ein zeitliches Ziel die Fertigstellung des Retentionsees und somit ein vorgegebenes Ende.

Wenn es nur um Schotterabbau geht wäre das die Lösung?

 

Postwurf in Waidring, aber es sind auch andere interessierte Bürger eingeladen:

 

 

 

 

Mann sieht in der Karte des Wasserinformationssystems den Loferbach und seine Zubringer. Alle Zubringer stammen aus nächster Umgebung der Nord- und Westlichen Loferer Steinberge. Wenn man genau schaut sind von der Westseite viele kleine Zubringerflüsse von der Nordseite keine. Alle Ortsansassigen Touristiker freuen sich im Winter über  eine Nord-West Wetterlage da es dann so richtig viel Schnee gibt. Aber wo bleibt der Niederschlag dann in Sommer? Höchstwahrscheinlich fließt das Wasser langsam in den großen Sandkörper der nun zum Großteil verschwinden soll? Wer bremst das Wasser dann? Von St. Ulrich bis Waidring von fkm 10,6 bis 9,0 gibt es einen Hochwasserrisiko Managementplan von fkm 9 bis 0 (Einmündung lofer in Saalach) ist alles egal. ? Landesgrenze?

Bei der nun bereits stattgefundenen Verhandlung nach dem MINROG Gesetz wurden Pläne vorgelegt wo ein Fluß durch das Moor eingezeichnet ist, der aber in der Natur nicht existiert. Soll das nun der neu zu schaffende Abfluß sein, wenn der Sickerkörper verschwunden ist, oder bedeutet das, daß das Moor in Zukunft als Flutungsfläche dienen soll? In den ÖPUL- Naturschutzmaßnahmen ist auf dieser Fläche in den Pflegeauflagen als eigener Punkt NV40 (bedeutet Kalkung ist verboten) vorgeschrieben. Durch die Verdoppelung der angesuchten Abbaumenge und durch das Versprechen kein Auffüllmaterial zuzuführen muß auch abgeklärt werden ob die starke Veränderung des Geländes nicht zur Zunahme von Sturmschäden an nahegelegenen Gebäuden und Liegenschaften führen kann. Es ist in den Foto7 der letzte Sturmschaden (Jungwuchsfläche) nach und unmittelbar oberhalb des Abbaugebietes eindeutig erkennbar. Hat der jetzige Schotterkegel der in der Natur einen Spoiler bildet den Wind abgelenkt und somit im Weiler Strub schlimmeres verhindert? Die Verdoppelung des Abbauvolumens bedeutet mindestens auch die Verdoppelung der Belastungen für das Moor, führ den Verkehr auf der Bundesstraße, für den Haselbach, für das Grundwasser, für die Anlieger und vor allem auch für die Natur die unsere Zukunft gestalten wird!

 

06. Dezember 13.00 Uhr Gemeindeamt Vorstellung "abgeändertes" Projekt zum Schotterabbau!

Das Vorhaben kann in der Gemeinde Waidring eingesehen werden.

 

Das abgeänderte Projekt hat sich nur betreff einer veränderten Zufahrt für die oberen Anlieger auseinandergesetzt und nicht mit den Problemen der Anrainer: Hochwasser für Lofer und die Zerstörung des Moores.

Das Extremereignisse bedingt durch die Klima Erwärmung zunehmen ist leider noch nicht in allen Köpfen angekommen. Es wurden zur Erstellung vom Emission Gutachten alte Daten also älter als 2010 herangezogen. Der Knick in der Mittelwert Kurve der Temperaturen für Österreich war noch nicht voll ausgebildet. Daten wurden vom Kitzbühler Horn und von der Schmidtenhöhe in Zell am See verwendet. Das Strubtal ist ein West-Ost Tal das Düsenförmig ausgebildet ist und damit ist der Standort nicht vergleichbar mit Wetterstationen auf Berggipfeln. Zur Verringerung der Staub Emissionen wurde im Gutachten ein vernässen der offenliegenden Flächen und Abbaustraßen vorgeschlagen, dass laut Auskunft des Abbau Antragstellers über LKW´s die das Wasser von Erpfendorf anliefern, erfolgen soll. Vorort gibt es keine eigene Wasserversorgung. Durch die Aufweitung des bestehenden Gerinnes werden die Sickerflächen größer werden, aber weil das Flussbett keinen Sickerkörper mehr hat, der Abbau erfolgt ja laut den Profilen bis auf die Grundmoräne, wo soll das Wasser hinfließen oder sickern? Im Plan sind einige Sickergruben eingezeichnet. Wenn diese die Grundmoräne durchstoßen könnte auch der umgekehrte Effekt bei hohem Hangwasserspiegel eintreten und eine Quelle entstehen. Es ist bekannt bei starkem anhaltendem Niederschlag steigt der Grund und Hangwasserspiegel. Durch den stattgefundenen Abbau des Sickerkörpers wird sich das Wasser im Flussbett über der Grundmoräne viel schneller sammeln und es kommt bei entsprechend großer Wassermenge zu einem Bruch der Sollbruchstelle vor der Straßendurchführung. Das geplante Retentionsbecken wird sich füllen.  Wenn es voll ist kommt es zu einem Überlauf an der Niedrigsten Stelle und ein neues Flussbett ins Moor ist dadurch entstanden. Leider kann man kann eine Sollbruchstelle bei Bedarf nicht kurzfristig wieder schließen.  Wäre die Sollbruchstelle regelbar könnte man von Lofer ausgehend im Ernstfall eine Hochwasserspitze durch das Öffnen des Retentionbeckens kurzfristig absenken. Durch das wiederschließen der Retention Öffnung kann man auch eine Überflutung des Moores, welche an dieser Stelle ohne Schotterabbau nie stattgefunden hätte, verhindern. Zur Moorrettung ist es auch unbedingt nötig einen Moorexperten zu befragen was ein Eintrag von 50mg Staub pro Quadratmeter, dieser Wert stammt aus dem derzeit veralteten Gutachten, jährlich auf eine Dauer von mehr als 10 Jahren für das Moor bedeuten würde? Eine eigene Wasserversorgung, Entnahme und Versickerung am gleichen Ort zur Staubminimierung und nicht das herbeifahren von Wasser mit Tankfahrzeugen müsste bei einem  Projekt in dieser Größe, nicht nur allein aus Umweltgründen um CO² Emissionen einzusparen, Standard sein.

 

 

Weitere Beschreibung zum Sima Moor: http://www.moor-impressionen.at/Sima_Moor--k1-ZH-k2-.htm